Studie "Potenziale von kleinen und mittleren Unternehmen bei der Überwindung von Breitbandversorgungslücken"
Zusammenfassung der Ergebnisse
Im deutschen Breitbandmarkt sind eine Vielzahl von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) aktiv. Die von Roland Berger Strategy Consultants erstellte Studie untersucht das Potenzial dieser KMU. Ihr Beitrag zur Überwindung der Versorgungslücke und die Rahmenbedingungen unter denen sie operieren, werden untersucht. Maßnahmen zur Überwindung etwaiger Hindernisse für KMU werden formuliert.
KMU im Breitband-Markt
Die untersuchten Unternehmen sind jung und oft sehr klein: 15 Prozent der Unternehmen wurden seit Anfang letzten Jahres gegründet. Über die Hälfte der KMU ist jünger als zehn Jahre. Etwa zwei Drittel der KMU erwirtschafteten im letzten Geschäftsjahr einen Umsatz von weniger als einer Million Euro.
Ausbauleistung der KMU
Die Breitband-KMU haben einen spürbaren Beitrag zur Überwindung von Breitbandversorgungslücken geleistet. Die in der Studie befragten Unternehmen geben an, seit Anfang 2008 insgesamt über 700 Projekte in mehr als 600 Gemeinden abgeschlossen zu haben. Dabei wurden ca. 193.000 Haushalte erschlossen. Fast 70 Prozent (rund 133.000) der angegeben KMU-Ausbauleistung wurden dabei über funkbasierte Technologien realisiert, weitere jeweils rund 30.000 Haushalte über Kabel und über DSL/VDSL/Glasfaser. Die befragten KMU gehen von einer Steigerung ihrer Ausbauleistung aus: Bis Ende 2010 wollen sie zusätzliche 277.000 Haushalte erschließen.
Rund 97 Prozent der KMU-Projekte konnten ohne staatliche Zuschüsse realisiert werden. In Zukunft wird der Anteil der geförderten Projekte steigen, da die verbleibenden Gebiete mit Ausbaubedarf wirtschaftlich zunehmend unattraktiver werden. Damit wird auch das Problem der Finanzierung von Ausbauvorhaben dringlicher. Bei oft geringen Eigenmittel und mangelnden Fremdfinanzierungsmöglichkeiten haben besonders Kleinstunternehmen Probleme, die hierfür notwendigen Mittel aufzubringen.
Die Rahmenbedingungen
Die befragten Unternehmen sind mit den Rahmenbedingungen des Breitbandausbaus tendenziell unzufrieden:
Die Qualität der Informationen über Ausbauvorhaben und bestehende Infrastruktur wird von den Breitband-KMU als eher schlecht bewertet
- Die Kommunen sind nach Aussage der KMU mit der Komplexität der Ausbauvorhaben überfordert
- In der Förderung durch die öffentliche Hand werden Bürokratie und Förderauflagen von den KMU negativ bewertet
- Die Finanzierung von Ausbauprojekten durch Banken wird als problematisch angesehen.
Empfehlungen
Keine einzelne Maßnahme allein kann den Ausbau durch KMU weiter beschleunigen. Nur ein Bündel von Maßnahmen kann die Bedingungen, unter denen die KMU agieren, verbessern. Hier sind Bund und Länder, die betroffenen Kommunen und auch die KMU selbst gefordert.
Handlungsempfehlungen für Bund und Länder:
- Verbesserung bei der Finanzierung
- Gütesiegel für technische Lösungen
- Ausbaufortschritt transparent machen
- Kompetenzzentren vereinheitlichen und ausbauen
- Förderprogramme bedarfsorientiert verstärken und weiterentwickeln
- Besser über Förderung informieren
Handlungsempfehlungen für KMU:
- Geschäftsmodelle weiterentwickeln, Fördermöglichkeiten besser nutzen
- Kooperationen mit Gemeinden verstärken
Handlungsempfehlungen für Gemeinden:
- Akzeptanz für Funklösungen fördern
- Mehr Kooperationen beim Breitbandausbau